EU AI Act: Wer braucht eine KI-Schulung und was müssen Unternehmen tun?

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EU AI Act: Wer braucht eine KI-Schulung und was müssen Unternehmen tun?

Kurz erklärt

Wer KI-Systeme beruflich einsetzt oder anbietet, muss Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz ergreifen. Artikel 4 des EU AI Acts schreibt dafür keinen einheitlichen Pflichtkurs vor. Dieser Beitrag erklärt, wer betroffen ist, welche Kenntnisse im Arbeitsalltag wichtig sind und wie eine praxisnahe Schulung die Umsetzung unterstützt.

Eine E-Mail formulieren, Unterrichtsmaterial vorbereiten oder ein Dokument zusammenfassen: Künstliche Intelligenz kann viele Aufgaben im Arbeitsalltag erleichtern. Damit wachsen auch die Anforderungen an einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen Werkzeugen.

Die europäische KI-Verordnung, bekannt als EU AI Act, schafft dafür einen rechtlichen Rahmen. Für Unternehmen ist insbesondere Artikel 4 relevant: Wer KI-Systeme anbietet oder betrieblich einsetzt, muss Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz der damit befassten Personen ergreifen. Diese Verpflichtung gilt seit dem 2. Februar 2025. [1]

Was regelt der EU AI Act?

Der EU AI Act legt gemeinsame Regeln für künstliche Intelligenz in der Europäischen Union fest. Er soll einen vertrauenswürdigen Einsatz ermöglichen und Menschen vor Risiken schützen. Welche Anforderungen gelten, hängt unter anderem vom Einsatzzweck und der Rolle des Unternehmens ab.

Die Förderung von KI-Kompetenz betrifft dabei grundsätzlich Anbieter und Betreiber von KI-Systemen. Dazu gehören auch Unternehmen, die bereits verfügbare KI-Anwendungen für ihre Arbeit nutzen. Eine eigene KI-Entwicklung ist dafür nicht erforderlich. [2]

Wer ist von der Pflicht betroffen?

Entscheidend ist, wer im Unternehmen mit dem Betrieb oder der Nutzung von KI-Systemen befasst ist. Das können beispielsweise Mitarbeiter in Verwaltung und Marketing, Führungskräfte, Dozenten, Coaches oder Qualitätsmanagementbeauftragte sein. Auch externe Personen, die im Auftrag mit den Systemen arbeiten, können dazugehören.

Die Pflicht richtet sich an das Unternehmen als Anbieter oder Betreiber. Es muss die passenden Maßnahmen organisieren und dabei Vorkenntnisse, Aufgaben und Einsatzbedingungen berücksichtigen. Auch kleine Unternehmen und Selbstständige können betroffen sein. Die ausschließlich private, nicht berufliche Nutzung fällt dagegen nicht unter diese Betreiberpflichten. [2]

Schon der berufliche Einsatz von ChatGPT für Werbetexte oder Übersetzungen kann relevant sein. Die Europäische Kommission nennt diese Anwendungen ausdrücklich als Beispiele. [1]

Ist ein bestimmter KI-Kurs vorgeschrieben?

Artikel 4 schreibt keinen einheitlichen Pflichtkurs, keine feste Stundenzahl und kein bestimmtes Zertifikat vor. Ebenso muss das Unternehmen nach der aktuellen Fassung kein festgelegtes individuelles Kompetenzniveau garantieren. Verpflichtend bleiben Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz, die zum jeweiligen Einsatz passen.

Eine Schulung kann dafür eine geeignete Grundlage schaffen. Hinzu kommen je nach Bedarf betriebliche Einweisungen, konkrete Nutzungsregeln oder vertiefende Qualifizierungen. Eine Teilnahmebescheinigung dokumentiert die Schulung, bestätigt aber nicht automatisch die vollständige Erfüllung aller Anforderungen des AI Acts. [1]

Was bedeutet KI-Kompetenz im Arbeitsalltag?

Aus unserer Sicht sollte eine praxisnahe Qualifizierung vor allem dazu befähigen, typische Situationen bewusst zu beurteilen:

  • Welche Aufgaben eignen sich für KI und wo liegen ihre Grenzen?
  • Wie lassen sich falsche Aussagen, erfundene Quellen oder verzerrte Ergebnisse erkennen?
  • Welche Informationen dürfen nach den betrieblichen Vorgaben eingegeben werden?
  • Wann ist eine fachliche Prüfung oder Freigabe erforderlich?
  • Welche Auswirkungen kann ein KI-Ergebnis auf Kunden, Mitarbeiter oder Teilnehmer haben?

Ein Beispiel aus der Weiterbildung: Ein Dozent lässt Übungsfragen erstellen. Bevor er sie im Unterricht verwendet, prüft er fachliche Richtigkeit, Verständlichkeit und Musterlösungen. Der Zeitgewinn entsteht durch einen brauchbaren Entwurf. Die Qualität entsteht durch die anschließende Prüfung.

Wie können Unternehmen anfangen?

Ein sinnvoller erster Schritt ist eine Übersicht der eingesetzten KI-Anwendungen und ihrer Nutzer. Daraus lässt sich ableiten, welche Kenntnisse gebraucht werden und wo Schulungsbedarf besteht.

Wir empfehlen, anschließend Verantwortlichkeiten und Nutzungsregeln festzulegen und die durchgeführten Schulungen und Einweisungen nachvollziehbar festzuhalten. Bei neuen Anwendungen oder veränderten Aufgaben sollte auch der Qualifizierungsbedarf erneut betrachtet werden.

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Der eintägige Live-Onlinekurs über Zoom umfasst acht Unterrichtseinheiten à 45 Minuten. Behandelt werden unter anderem der EU AI Act, Datenschutz und Vertraulichkeit, die kritische Prüfung von KI-Ergebnissen sowie die Umsetzung im Unternehmen.

Das Angebot richtet sich an Mitarbeiter, Führungskräfte, Dozenten, Coaches und Selbstständige. Besondere technische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Teilnehmer erhalten digitale Seminarunterlagen und eine BasiQ-Teilnahmebescheinigung mit Umfang und Lerninhalten. Einzelteilnahmen und Firmenschulungen sind möglich; Termine und Preise erhalten Sie auf Anfrage.

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Quellen und weiterführende Informationen

Recherchestand 07.11.2026. Die Zahlen im Text verweisen auf die folgenden Primärquellen. Verlinkte Veröffentlichungen können vom Herausgeber aktualisiert werden.

  1. Europäische Kommission: Fragen und Antworten zur KI-Kompetenz ↗
  2. EU-KI-Verordnung, konsolidierte Fassung vom 27. Juli 2026 ↗, insbesondere Artikel 4.

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